Champagner für mich


Es ist jetzt schon ein Jahr her als ich damit begonnen habe an einen Projekt in meiner Freizeit zu arbeiten. Grad jetzt ist mir etwas bewusst geworden: Es wird nicht klappen!

Das war der Zeitpunkt wo ich mir eine Flasche Champagner besorgt habe und ihn zusammen mit guten Freunden angestoßen habe. Denn es gab etwas zu feiern. Ich hatte etwas geschafft, das schwer für mich war: Loslassen. Das Projekt hatte die Absicht ein Million Dollar Baby zu erschaffen, wie eine Erfolgsstory aus dem Valley. Ganz schön groß gedacht, aber das ist nicht anstrengender als klein zu denken. Und ich kann euch sagen ich hatte viel Spaß an jedem Tropfen vom sprudelnden französischen Glas voll Luxus. Ich war vor einiger Zeit in meinem Urlaub direkt beim Herstellungsort in der Champagne gewesen, und miterlebt wie viel Arbeit die Winzer in ihre Trauben und der Verarbeitung stecken.

Ich möchte euch kurz noch erklären warum ich das Beenden als eine positive Sache empfinde und auch Stolz darauf bin. Es ist nämlich wirklich nicht so einfach ein Projekt zu beenden wenn man so viel Zeit und Energie hineingesteckt hat wie ich es getan habe. Es war gegen Ende hin ein zäher Kampf zwischen der Technik, der Konkurrenz am Markt und das Zusammenspiel mit meinem Projektpartner. Nichts desto trotz hat mich das im Leben deutlich weiter gebracht. Ich konnte viele Dinge neu lernen und andere noch deutlich vertiefen. Es war auch wirklich eine tolle und spannende Zeit die auch viel Spaß gemacht hat. Im nächsten Abschnitt möchte ich euch kurz die Fragen zusammenfassen um in so einer Situation helfen die richtigen Schlüsse für die Zukunft aus einem Projektende zu ziehen. Ich habe auch ein paar Antworten notiert die ich mir gegeben habe.

Konstruktive Fragen nach dem Scheitern

  1. Habe ich wirklich so viel verloren, dass der Begriff scheitern die Situation richtig beschreibt? -> Nein, ich habe eine gute Zeit gehabt und habe nur meine Freizeit eingebracht. Das macht man für ein Hobby auch.
  2. Welche IT Sachen habe ich gelernt die ich im späteren Leben noch gut gebrauchen kann?
    • Arbeit mit GIT
    • Ruby on Rails Entwicklung
    • Rails debugging
    • Rails Performance Analyse und Optimierung
    • MongoDB
    • Wie man eine Heroku System produktiv ausrollt und betreibt
    • Test Automation mit RSPEC
    • Wie man RubyMine am besten nutzt
    • OAuth als Authentication System
    • Debuggen und fixen von Live Systemen
  3. Welche Organisationsthemen habe ich kennengelernt?
    • Wie man Features Ideen findet, bewertet und weiterentwickelt
    • Prioritäten organisieren
    • Nicht alles muss perfekt sein, gut genug reicht oft
    • Wie man einen MVP findet
    • Wie man nach Feedback fragt
  4. Was hätte es gebraucht um das Projekt erfolgreich zu machen?
    • Bessere Kontakte zu Investoren und Unternehmern
    • Mehr Entwickler